Warum 100er Wertung in den Reviews?

Einfach nur aus Interesse: Warum habt ihr euch für die klassische 100er Wertung entschieden?
Oder die entscheidendere Frage: Warum gibt es überhaupt ne Wertung?

Ich hoffe das artet hier ganz schnell in die evergreen-Diskussion „Wertung ja, nein, und warum System XY drölfzigtausenmal besser ist als deine Meinung!!1!1“ aus…

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Es gibt ja die "Qualitäts"matrix, die ein Spiel ja nicht nur in einer Dimension (zwischen 0 und 100), sondern in zwei Dimensionen abbildet, was ja wesentlich aussagekräftiger sein müsste.

Oh, warte…

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Also ich finde ja, die Wertungen sollten schon anhand von mindestens 100 Unterkriterien „plausibilisiert“ werden, sonst artet das ja in komplette Willkür aus. Wie z. B. bei @christianschiffer 's 76er Wertung für ein Spiel, über das er selbst schreibt:

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Für mich ist 76 schon recht geil. Nicht sehr geil, nicht obertittenaffengeil, aber schon geil.

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Ich persönlich mag Wertungen und habe nie ganz verstanden, warum man sich daran stört. Ich finde: Man sollte schon am Ende die Eier auf den Tisch hauen können und sagen: So und so gut ist das Spiel. Und ich liebe es auch über solche Wertungen zu diskutieren.
Deswegen gibt es auf der Quartettkarte und in der Qualitätsmatrix ja auch NOCH MEHR Diskussionsstoff.

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Falls jemand sich diese Fragen auch für den eigenen Medienkonsum gestellt hat. Kurzer Ausflug von Gwern über die Frage, wie Medienbewertungen sortiert werden können, da sie gemeinhin zu Extremen tendieren:

User-created datasets using ordinal scales (such as media ratings) have tendencies to drift or ‘clump’ towards the extremes and fail to be informative as possible, falling prey to ceiling effects and making it difficult to distinguish between the mediocre and truly excellent.
This can be counteracted by rerating the dataset to create a uniform (and hence, informative) distribution of ratings, but such manual rerating is difficult.
I provide an anytime CLI program, resorter , written in R (should be cross-platform but only tested on Linux) which keeps track of comparisons, infers underlying ratings assuming that they are noisy in the ELO-like Bradley-Terry model, and interactively & intelligently queries the user with comparisons of the media with the most uncertain current ratings, until the user ends the session and a fully rescaled set of ratings are output.

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Ich störe mich nur dann daran, wenn die Wertung als völlig objektive Betrachtung dargestellt wird.
In eine Wertung fließen zwar immer auch objektive Punkte ein, aber am Ende ist ein großer Teil subjektives Empfinden des Testenden. So lange die Ich-Perspektive in der Wertung erhalten bleibt, bin ich fein mit Wertungen jeder Ausprägung.

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Ich bin halt kein Fan von 100er-Systemen da die irgendwie eine Genauigkeit suggerieren die es eigentlich imo nicht geben kann. Lieber ein 5-er-System von ungeil über nicht ganz so geil, geil, Affengeil bis hin zu Oberaffentittengeil.

Ich mag das klare ja/nein System - die Youtube Daumen.

Saemtliche Bewertungssysteme in etwaiger Differenziertheit, fallen der Noteninflation zum Opfer.

Das geht von der Sterne Bewertung bei mytaxi, ueber die Abinoten in Stadt xyz, IMDB Score, Google Maps Rating, hin zu Spielereviews.

Nichts davon funktioniert wirklich, laengerfristig, bzw staucht es sich immer im oberen Drittel. Egal wie breit die Skala ist

Die Wasted Qualitaetsmatrix hingegen ist super. Ich persönlich wuerde dazu pauschal zu jedem Spiel Geil!/Nicht Geil! die Gesamtheit abfragen und fertig.

Steamreviews (mit Bombingausnahmen) spiegeln die Qualitaet und Stimmung in Summe ziemlich treffend wieder.

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Ich finde schon, dass es die gibt. Nicht auf einer objektiven Ebene, das würde imo eher suggeriert, wenn man die Endwertung als berechnetes Ergebnis aus verschiedenen subwertungen darstellte. Aber die subjektive 100 lässt doch ein herrliches Feintuning zu, eine zweite Runde für einen Nachschlag sozusagen. Mit den Zehnerschritten hat man die Möglichkeit, das Spiel grundsätzlich einzuordnen. Hat man sich dann etwa auf einer siebziger Wertung geeinigt, kann man sich noch wunderbar über die Tendenz streiten, also ob es nun eine 74 oder eine 76, oder vielleicht sogar, hohoo, eine 79 wird. Das sind ja schon fundamentale Unterschiede, die geklärt werden müssen!

Das wird nicht passieren. 100%ig nicht.

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Danke für den Link (Gwern kannte ich noch nicht), hat sich gelohnt!

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Das beste Wertungssystem hatte im übrigen die FunOnline.
Da gab es eine Wertungsskala von „Gut“ bis „Super Gut“.
Perfekt und bis heute unerreicht.

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Mein Lieblingsaspekt bei Zahlenwertungen (insbesondere bei so feingliedrigen) ist ja immer zu beobachten, wie unterschiedlich die individuelle Wahrnehmung einer solchen Einschätzung beim Publikum ausfällt. Dass eine 70/100 für Zelda als schallende Ohrfeige und Provokation wahrgenommen wird, obwohl es rein von der Zahlenskala her ein positives Urteil bekräftigt, zeigt ja sehr schön, wie vergebens der Versuch einer Objektivierung von Spielerlebnissen in der Regel ist. Die Wertungsziffern auf Wasted interpretiere ich aber eher als augenzwinkerndes Zitat an den Mainstream und weniger als ernsthaften Versuch, Spielspaß mit dem Lineal zu messen. Stört mich nicht, hätte aber auch nicht unbedingt sein müssen.

Die Qualitätsmatrix hingegen…
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Wertungen sind wichtig.
Worüber sollte man denn sonst streiten?

Ausserdem spart man sich wertvolle Lesezeit, wenn man direkt zur Wertung springen kann, um dann über den Artikel zu pöbeln, weil es keine 9xx ist.

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Diesen Trend, Wertungen an den Anfang zu stellen, finde ich ganz schrecklich.

Es gehört nun mal dazu sich durch den Text durchzugraben und die ganze Zeit zu fragen, „was das wohl für eine Wertung gibt?“.
Und am Ende gibts die Auflösung.

Aber in dieser modernen wischwischweg Facetubegesellschaft hat sowas wohl keinen Platz mehr… :cry:

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Ohne Grafiken ist das alles Mist!
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aber mal im Ernst geht es hier gerade nicht darum sich nicht mehr so an traditionellen gamesjournalismus abzuarbeiten. ích glaube ein guter artikel braucht am ende keine zahl, vllt ne quartetkarte aber das reicht dann auch

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Die Qualitätsmatrix ist der große Beitrag von @christianschiffer zum deutschen Spielejournalismus. Die ultimative Evolution der Spielspaßkurve!

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Ich glaube das Problem ist die Vergleichbarkeit. Sagen wir Spiel 1 kam 1998 raus und hat damals ne 75 bekommen. Spiel 2 kommt heute raus und bekommt ne 70. Vergleicht man jetzt nur die Zahlen ist Spiel 1 besser als Spiel 2. Beide Spiele werden aber im Kontext ihrer Zeit bewertet. Spiel 1 wäre heute keine 75 mehr. Der andere Fall ist dass man Spiel 2 eine 80 gibt, obwohl es eigentlich nur ne 70 hergibt, da es ja besser als Spiel 1 ist und daher höher bewertet sein muss. Es gibt quasi eine Wertungsinflation. Daher ist eine 70 heute nicht mehr so viel wert wie vor 20 Jahren. Es gibt ja auch kaum noch Wertungen unter 50% während es in Zeiten der Printmagazine noch vollkommen normal war das die ganze Bandbreite ausgenutzt wurde. Eigentlich müsste man Spiele regelmäßig neu bewerten und die Wertung anhand der aktuellen Maßstäbe korrigieren um der Inflation entgegenzuwirken. Aber wer soll schon all die Spiele der letzten 40 Jahre neu bewerten?

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