Ich setze mich durch den Anstoß anders mit dem Film auseinander und muss vielleicht mit Kindern oder Freunden darüber sprechen beim / nach dem schauen.
Diesen Punkt von vorgeschobener Awareness (hallo Wolfgang m. schmitt ) finde ich immer etwas schwierig. Das ist wie Leuten vorzuwerfen aus den falschen Gründen kein oder wenig Fleisch zu essen. Der Effekt bleibt aber der selbe und eine Erkentnis wird sich meiner Meinung nach auch durch Gewohnheit ausbilden.
Wer bei dem Thema ja immer gerne 30 Stockwerke drüber ist, sind ja die Amis.
Da fällt mir immer wieder die eine Community-Folge ein die spontan aus allen Streamingdiensten gelöscht wurde weil sich dort Chan als Dunkelelf verkleidet.
Von daher finde ich eine simplen Warnhinweis vor einer Folge mit Indianerkostüm dann natürlich viel besser.
Generell finde ich so Hinweise vor alten Disney- bzw. generell Kinderfilmen nicht schlecht, halt aus pädagogischer Sicht.
Ansonsten bin ich da aber voll bei euch. Ich bin mir sicher, man kann dem durchschnittlichen TV-Konsument durchaus zutrauen, das Gesehene im richtigen Kontext einzuordnen und zu bewerten.
Da ist so ein Hinweis vllt sogar eher kontraproduktiv.
Ich bin auch davon überzeugt, dass die Sensibilität was geht und was nicht, viel mehr schon in den Köpfen verankert ist als allgemein angenommen wird.
Ich bleibe da bei Wolfgang ;D Disney macht sowas nur aus rein kap. Interesse und nicht weil sie auf einmal große Liebe für irgendwelche Minderheiten haben, sonst würden sie vlt. auch mal über ökonomische und polt. Ursachen von Ungleicheit nachdenken oder diese etwa in ihren Produkten thematisieren. Deswegen hinkt der Vergleich zum Fleisch auch. Intension und Ergebnis sind hier nicht deckungsgleich, einfach weil sich trotz mehr (oberflächlicher) Diversität oder in unserem Fall vorgeschobener Warnhinweise an den realen Umständen nichts ändert. Ich würde jetzt mal dreißt behaupten, dass du hier nicht der Norm ensprichts und 99% der Konsument*innen über den Hinweis hinwegschauen.
Ich finde die Hinweise gut und richtig. Bei alten TKKG-Folgen auf Spotify ist das z.B. auch schon länger der Fall. Sich darüber aufzuregen empfinde ich das derbe Zeit- und Energiebeschwendung. Und ganz ehrlich: Das sollten auch die Künstler*innen reflektieren können, die davon betroffen sind.
Worauf wird denn bei den TKKG Folgen hingewiesen und wie? Gerade bei Kinderprogramm müssen/sollten die Hinweise sich an das Publikum richten und nicht als bloße Platzhalter von Erwachsenen für Erwachsene handeln. Ich hab das leider noch nie „gut gemacht“ gesehen/gehört
Hmm, der Wortlaut gleicht in etwa dem Text auf deren Webseite:
Wir haben einige Hörspiele, die bereits vor vielen Jahren aufgenommen wurden. Sie sind ein Produkt ihrer Zeit. Daher können sie teilweise diskriminierende Darstellungen enthalten, die damals in der Gesellschaft zu wenig in Frage gestellt wurden. Diskriminierung kann u.a. das Geschlecht, Alter, geistige und körperliche Eigenschaften und Fähigkeiten, Herkunft, Hautfarbe, Sprache, Lebensphilosophien und Religionen, Soziale Herkunft, Sexuelle Identität und Orienteriung betreffen. Jegliche Art von Diskriminierung war damals wie heute falsch und passt nicht zu unserer heutigen Auffassung von einer vielfältigen und gleichberechtigten Gesellschaft. Wir haben uns dennoch entschlossen, das Hörspiel in seiner Originalfassung zu belassen und die kulturellen Versäumnisse der Vergangenheit nicht zu verbergen.
Habs eben mal angehört. Ist im Wortlaut leicht abgewandelt, richtet sich aber offensichtlich an Erwachsene.
Ich bin da weiterhin gespalten, ob das der richtige Weg ist. Besser als eine vollständige Zensur ist es auf jeden Fall.
Ich hab die TKKG Hörspiele nicht mehr so im Ohr. Worum gehts da im Detail? Das der Spitzname Klößchen ist?
Vor allem das alle Menschen mit Migrationshintergrund, Obdachlose oder sonst wie marginalisierte Gruppen immer die Bösen sind. Oder halt Punker, Tätowierte und sonstiges Gesindel.
Das ist quasi Merz “nicht Kreuzberg ist Deutschland, Gillamoos ist Deutschland” als Hörspiel
Wann folgen denn die Disclaimer zu James Bond Filmen? oder alle Aktion Filme aus Hollywood der 70er, 80er und 90er Jahren.
Der Deutsche, der Russe oder der Araber waren da als die Bösen quasi gebucht?
Mir ist zwar klar, dass eine fortlaufende Serie, die andauernd die selben Stereotypen nutzt, anders gelagert ist, als ein einzelner Kinofilm. Ich frage mich halt, wie wir das „richtig“ machen wollen? Stereotypen werden in Film, Fernsehen, Lyrik, Belletristik usw. ja nicht nur aus boshaftigkeit der Autoren verwendet, sondern auch für den Konsumenten. Darüber hinaus ist der Bruch mit Stereotypen (Plottwist, der Obdachlose ist gar kein Böser) ja nur deshalb mächtig, weil wir als Menschen immer auch in Schubladen denken (und denken werden).
Ich hab vor langer Zeit mal ein Lied über Stereotypen geschrieben mit irgendwie 15 Strophen und jedes mal den Protagonisten mit der letzten Zeile in ein anderes Licht gerückt. Gerade in der Kunst sind gesellschaftliche Denkmuster irgendwo auch erforderlich. Die Frage ist ja vielmehr, welchen Anteil hat die Kunst daran, dass die vorverurteilung in die Gesellschaft und den Alltag übergeht?
Waren die Deutschen lange die Bösen in Hollywood wegen der Kunst oder hat die Kunst auf den Zeitgeist (Zweiter Weltkrieg) reagiert? Später der Russe, dann der Muslim.
Finde die Sache bei Kinderserien, die in Formativen Jahren konsumiert werden fnders gelagert als bei Actionfilmen die (meist ) einen geformten Geist davor haben.
War das seine USP? Ich hab TKKG überhaupt nicht mehr auf derm Schirm. Ich weiß nur das der Dicke Klößchen hieß und fand das irgendwie schon immer unanständig
Ja, mir war es schon klar, dass das irgendwie nicht stimmen kann. Ich hatte befürchtet, dass es irgendwie ein leicht abgeänderter Originaltext ist… Dieses Internet verdirbt die Seele
Ich hatte es hier auch gepostet aber war mir nicht sicher ob das das richtige Forum hier ist und wieder gelöscht Der Text ist von Torsten Gaitzsch / Titanic
Mal kurz zum Einleitungspost mit Pumuckl… ich hab die Filme/Serie/Texte überhaupt nicht mehr auf dem Schirm. Was ist denn da aus heutiger Sicht problematisch? Traditionelle Geschlechterrollen bzw. Sexismus, oder Ausländer? Vielleicht „Z- & N-Wörter“?