Seid ihr auf Mastodon?

Natürlich. Hatte noch überlegt meinem Tweet zu ergänzen mit „warten wir doch erstmal ab, in welcher Weise Musk Twitter missbrauchen könnte“, aber dachte das wäre klar. :wink:

Ich meine: JETZT ist hier noch gar nichts passiert außer ein paar wirbeligen Aussagen. Um bei meinem Vergleich zu bleiben: Wenn der Bürgermeister anfängt, die netten Skinheads von nebenan auf einen Kaffee einzuladen, weil er allen ordentlich zuhören möchte, dann könnte ich die Abwanderung besser nachvollziehen.

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Ja, das ist natürlich total richtig. Und verändern würde sich ja wirklich erstwas in ~6 Monaten oder so, wenn die Übernahme realistisch abgeschlossen ist.

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Jupp, sehr richtig. Hat so ähnlich ja auch Markus Beckedahl gesagt. :+1:t2:

Wird alles ganz schön hochgekocht, das stimmt. Und wohin sich Twitter entwickelt, muss man abwarten. Aber gibt durchaus gute Gründe, skeptisch zu sein, was die vollmundigen Versprechen von Musk betrifft. Der „Free Speech Absolutist“ (außer bei seinen eigenen Angestellten natürlich) wird Hatespeech sehr wahrscheinlich viel mehr Raum geben als es bisher der Fall ist. Und seinen Kampf gegen Bots will er nicht technisch führen, sondern über eine Verifizierung dass hinter den Accounts ein echter Mensch steckt. Wie genau bleibt ebenfalls abzuwarten, aber ein kleines „Bye Bye Restanonymität“ kann man da schon mal in den Raum werfen. Dass sich die proklamierte Redefreiheit oft nur mit Anonymität nutzen lässt, interessiert ihn wahrscheinlich gar nicht.

Aber ganz abgesehen davon, ob jetzt der Musk am Steuer sitzt oder jemand anderes, gibt es mehr als genug gute Gründe, offene Systeme wie Mastodon den kommerziellen vorzuziehen (Datenschutz, Lock-In-Effekt, Willkür bei der Ausführung, Gewinnmaximierung usw. usf.). Und auch wenn der Digital Service Act der EU Verbesserung bringen soll, ist da inzwische vieles verwässert und dass sich US-amerikanische Unternehmen daran halten wie vorgesehen, selbst wenn sie in der EU aktiv sind, glaube ich erst, wenn ich es sehe.

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Nein, ich nehme kein Mastodon, bin natural; lediglich hin und wieder etwas Kreatin.

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Anbei noch ein kleiner Schnipsel vom zukünftigen Twitter-Chef, der sich über die „linke Voreingenommenheit“ von Twitter mokiert.

Die dort abgebildete Vijaya Gadde wurde übrigens bereits vorher (verstärkt durch eine Aussage Musks) massiv u.a. rassistisch attackiert und sein Meme ist weiteres Öl im Feuer.

Und auch wenn ich jetzt nicht jeden Ausfall von Elon Musk hier kommentieren möchte, was ein Vollzeit-Job wäre, will ich doch nochmal zeigen, was da in Zukunft auf uns/Twitter zukommt. Denn derlei Verhalten lässt tief blicken und ich finde einfach, dass sich jede:r fragen sollte, ob er Teil eines Unternehmens mit solchen Menschen an der Spitze sein möchte. Und wenn die Antwort „Ja“ ist, ist das vollkommen okay. Nur wissen und reflektieren fände ich gut.

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über Musk und Twitter:

Schön gesagt & volle Zustimmung. Letztlich gleiches Spiel wie bei Rowling und Transphobie.

Ich hatte früher mal einen Account und fand es total lahm. Mittlerweile scheint sich einiges getan zu haben, deshalb bin ich jetzt mal aufgesprungen.
Aber bei den Accounts fängts schon wieder an. Irgendwie bin ich jetzt
bonito@bonito@troet.cafe
Oder einfach nur bonito@troet.cafe ?
Irgendwie peil ich das alles noch nicht so ganz. Was passiert jetzt im fediverse, was nur auf dem Server und was nur in der app? Und benutz ich die mastodon app oder besser tusky? Jetzt sind hier auch alle wach und ich muss das Handy weglegen und Knäckebrot in gierige Kindermäuler werfen. Also ich beobachte das mal mit mastodon, aber ich fürchte das ist so was wie linux. ('nein, Linux ist überhaupt zucht kompliziert. Klar, man sollte schon wissen, wie man die richtigen Soundtreiber mounted, bevor man ein mp3 hören will, aber das kann doch jeder, und mit der Konsole geht’s ganz schnell!..)

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ich finde Mastodon technologisch einfach interessant. Diese Fediverses sind schon geil und faszinierend und da ist Mastodon nur ein Aushängeschild. Es gibt ja auch PeerTube und das in Vergessenheit geratene diaspora. Es fließt auch immer mehr in die ganzen CMS Systeme ein (Nextcloud, Drupal) ein und wird wohl irgendwann einfach im Hintergrund mitlaufen ohne, dass wir was davon mitbekommen.

Letztens hat mich Pixelfed angelacht, also ein federated Instagram, was ich schon ziemlich cool finde.

Aber angemeldet bin ich bei keinem, bin aber durchaus am überlegen auf genau auf solche dienst umzusteigen, weil ich ohnehin nicht sehr aktiv auf den anderen bin.

Du bist @bonito@troet.cafe, weil der Nutzername sich aus dem eigentlichen Nutzernamen und der Instanz zusammensetzt, auf der du dich angemeldet hast.

Der Vergleich mit einer e-Mail Adresse ist ganz gut. Du hast einen Benutzernamen und dann den Provider mustermann@gmx.de. Und ähnlich wie bei der e-Mail Adresse kannst du auch bei Mastodon User:innen auf anderen Instanzen schreiben, folgen usw. So wie GMX-Kund:innen nicht nur andere GMX-Kund:innen kontaktieren können, sondern auch Gmails, Hotmails, usw. usf.

Beim Mastodon-Namen steht eben vor deinem Nickname vorne noch ein @-Zeichen, so wie bei Twitter auch. Bei Twitter würdest du nur @bonito heißen (gibt ja, vereinfach gesagt, nur einen Server) und bei Mastodon eben jetzt @bonito@troet.cafe.

Welche App du nutzt, musst du dir aussuchen, aber Tusky ist sehr beliebt. Nutze ich z.B. auch. Und was dort passiert ist:

  • Du kannst dir klassich einen eigenen Feed zusammenstellen, indem du Leuten folgst, die du interessant findest. Dort (auf der Startseite in deiner App, bzw. dem Haus-Symbol) siehst du dann eben das, was die Leute, denen du folgst, tröten.
  • Ebenfalls klassisch hast du die Notifications, also wenn dir jemand folgt, dich erwähnt usw. bekommst du eine Mitteilung (das ist das Glockensymbol).
  • Dann hast du den Punkt Local (die zwei Figuren). Und hier wird interssant, was du für eine Instanz gewählt hast, denn hier siehst du alles, was Leute posten, die auf der gleichen Instanz sind. Das ist insofern cool, als dass du z.B. eine Instanz aussuchen könntest, die den Schwerpunkt „Wien“ hat oder „Game Art“ oder so was, das heißt die Leute dort werden entsprechend öfter mal über Dinge reden, die in Wien abgehen oder coole Artworks posten.
  • Letzter Punkt ist Global (Weltkugel) und hier siehst du im Sekundentakt zig Tröts aus aller Welt aus allen (?) Instanzen. Also eigentlich nur so zu gebrauchen wie der „Zufälliger Artikel“-Button bei Wikipedia. :wink:

Wenn ich irgendwo falsch liege, möge mich ein:e alteingesessene:r Mastodon User:in korrigieren.

Und was richtig gut ist und deshalb meiner Meinung Twitter deutlich überlegen: es ist alles chronologisch geordnet, statt dass dir ein Alghorithmus aufzwungen wird, der glaubt zu wissen was du interessant findest bzw. eigentlich weiß, wie er dich möglichst lange auf der App halten kann. Hier ist es wie „früher“ schön sortiert und nicht nach Anzahl der Retweets, Erwähnungen und anderen komischen Parametern.

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Insider Hot Take:
@christianschiffer als Jack Dorsey des Podcasting?! :joy:

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Hm, wenn ich das richtig verstehe, sind die Server dann ja wirklich auch ganz gute Möglichkeiten, lokale oder themenbezogene Communities aufzubauen. Und selbst eine geringe Größe ist kein Hindernis. Aber was, wenn man sich mehr als einer Community zugehörig fühlt? Habt ihr schon mal Erfahrungen gemacht, den Account auf einen anderen Server umzuziehen? Wie weit ist mastodon da mittlerweile, die Weiterleitungen zu automatisieren? Und ob das eine gute Idee wäre, den eigenen account auf verschiedene Server zu verteilen? :thinking: Also @bonito@multiple?

Andererseits ist so ein algorithmus ja auch eine Hilfe, weil automatisch Inhalte nach Relevanz sortiert werden. Wenn ich heute die Gelegenheit hätte, ein soziales Medium zu bauen, würde ich die Gelegenheit einbauen, den Standard Algorithmus zu modifizieren und diesen gleichzeitig mit einer selbstdefinierten Menge an persönlichen Daten zu füllen. Die Angabe eines Lgbtq Statuses zum Beispiel ist ja für die eine Privatsache, der andere wünscht sich vielleicht geradezu Informationen und sogar Werbung dazu. Auf die Weise wäre dann sogar sichergestellt, dass die entsprechende Werbung wirklich erwünscht wäre.
Vielleicht könnte man sogar einen Marktplatz für Algorithmen einrichten, wo man sich seinen eigenen Account ‚tunen‘ und seine Algorithmen wie pokemons züchten könnte ('das Unzunzunz plugin war mal ein reiner Techno-Algorithmus, aber ich habe ihm zusätzlich meine elektrojazz Präferenzen beigebracht).
Ach Mensch, da wäre so viel möglich, oder…?

Das ist das Ziel von Blue Sky.

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