Zwangsstörungen und Games

Ich las recht frisch den Artikel auf zeit.de:
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Und ich hab mich gefragt, wie das hier so in der Breite aussehen mag. Gibt es Dinge, zu denen ihr euch in Games zwingt? Findet ihr das schädlich oder hinderlich, in irgendeiner Form? Ist euch das auch bewusst? Wie geht ihr damit um? Oder betreibt ihr auch so was wie „Exposition“ beim Spielen?

2 „Gefällt mir“

Ich selber tendiere oftmals dazu, Spiele, welche ich angefangen habe, auch durch zu spielen. Selbst wenn mir die Spiele am Ende gar nicht mal so viel Spaß machen. Das nervt mich manchmal schon, gerade wenn es größere Spiele sind.

3 „Gefällt mir“

Oft speichern müssen ist glaub ich fast normal und mich schränken Zwänge ganz sicher nicht so schlimm ein wie die beiden Personen im Artikel, aber ich hab ein Problem mit Trophäen/Achievements…
Wenn ich nicht alle davon erlangt habe, habe ich nicht das Gefühl, ein Spiel wirklich voll durchgespielt zu haben. Das ist schade, weil Spiele ja oft sowieso auch mehr bieten als nur diese Achievements. Entsprechend ist aber auch mein Gefühl des „Pile of Shame“ gigantisch groß.
Und das Gefühl, jede Ecke einer Map gesehen haben zu müssen, hab ich auch. Und wenn ich dann irgendwann bemerke, da was verpasst oder übersehen zu haben, fühle ich mich echt dämlich und schlecht, obwohl das ja by design oft auch genau zum Übersehen gestaltet wurde.

Ohne den Artikel lesen zu können, habe ich bei mir starke „FOMO“-Tendenzen, was jetzt zB. bei Elden Ring sehr ausgeprägt ist.
Ich kann grundsätzlich keine Wiederholungen ertragen: dasselbe Lied auf Repeat, denselben Film nochmal schauen, oder ein Buch zweimal lesen wäre für mich eine absolute Qual.
Egal wie sehr mir der erste Durchgang gefällt.

Aus diesem Grund versuche ich beim ersten Durchspielen soviel wie möglich „mitzunehmen“ und nutze dafür auch Guides / Videos etc.
Dasselbe Spiel nochmal spielen zu müssen, weil ich an einer Stelle etwas verpasst habe, könnte ich nicht ertragen.

Macht damit das Spiel immer irgendwann zu einer Fleißaufgabe.
In Elden Ring versuche ich bspw. möglichst alles an Equipment einzusammeln, auch wenn ich davon nichts tragen kann.

Ich merke mittlerweile schon das dieser Zwang bei mir, mit fehlender Zeit, immer ausgeprägter wird :face_with_raised_eyebrow:

5 „Gefällt mir“

Hast Du Star Wars echt nur einmal angeschaut?

Bei mir war das in der Jugend sicher anders (herje wie oft ich Braindead und Mallrats geschaut habe, darf man niemandem erzählen), aber ich schaue Filme auch ungern ein zweites Mal mittlerweile Außer ich schaue etwas mit meinem Sohn oder Lieblingsfilme mit seeeeeehr großem zeitlichen Abstand. Bücher habe ich glaube ich bis auf zwei, drei noch nie mehrmals gelesen (die dann aber direkt häufiger). Allerdings lese ich beim ersten lesen sprachlich schöne Absätze mitunter 3-4 Mal hintereinander.

Bei Songs und Alben ist das anders. Hier läuft am Releasedreitag gerne mal ein guter Song den ganzen Tag :smiley:

Wenn überhaupt, ja, maximal einmal :grimacing:
Kann das wirklich nur mit großem zeitlichen Abstand (> 5 Jahre), im Gegensatz zu meiner Frau, die bei jeder scheiß Gelegenheit HdR oder Harry Potter schaut.

Für mich ist das Gefühl immer: „Was ist wenn ich in der Zeit, in der ich einen Film / Spiel / Buch / Album nochmal geschaut / gespielt / gelesen / gehört habe, eine Alternative ausgecheckt hätte und DIE Alternative mich komplett umhaut?!“ Zum Glück passiert das dann auch oft genug, wobei Musik da natürlich das einfachste zu konsumierende Medium ist.

1 „Gefällt mir“

Man kann sich sehr viel Zeit ersparen und woanders sinnlos verdüdeln wenn man gar nie niemals nicht einen Star Wars Film anschaut. :shushing_face:

PS: Bei Filmen kam es in den letzten zwei Jahren doch vor, dass ich einige wenige nochmals mit jemanden Anderem zusammen angeschaut habe.
PPS: Meinen Neffen „muss“ ich immer diskret auf neue interessante Kinderfilme lenken. Ansonsten würde oft das gleiche nochmal laufen. :smiley:

1 „Gefällt mir“

Das geht mir mit meinen Kids genauso.

Und mein Verweis auf Star Wars war natürlich nur als Beispiel zu verstehen. Ich könnte und kann mir halt nicht vorstellen, dass es tatsächlich Menschen gibt, die es wirklich durchziehen, und jeden Film nur einmal anschauen. Ich dachte eigentlich, das jede*r mindestens einen Lieblingsfilm oder eine Lieblingsserie hat, die schon öfter angeschaut hat, und wenn es nur war, um anderen zu zeigen, was das für ein tolles Werk ist.

Nächster Take in der Ecke vom lieben Erik Körner: