Lizenzbedingungen von Spielen

Ich habe gerade das erste Mal Starfield gestartet (über den Game Pass in der Cloud).

Als erstes muss man natürlich die Lizenzbedingungen abnicken, die - sagen wir mal - sehr lang sind. Ich hab solche Bedingungen in Spielen ja noch nie wirklich gelesen, mir aber jetzt mal den „Spaß“ gemacht, die zu Starfield zumindest mal ein bisschen querzulesen. Dabei bin ich auf folgende Passage gestoßen, die ich doch Recht krass finde:

Da steht letztlich, dass ZeniMax den Lizenzvertrag jederzeit ohne Angabe von Gründen kündigen kann und dass dann natürlich jedes Lizenrecht erlischt (ein paar Absätze davor stand übrigens, dass das Spiel explizit nicht verkauft wird, auch nicht die Kopien, sondern nur eine Lizenz erteilt wird - soweit auch klar). Gerade deshalb finde ich es umso krasser, dass ZeniMax die Lizenz jederzeit kündigen kann. Man zahlt also letztlich nur für ein zeitlich völlig unbestimmtes, aber eben nicht dauerhaftes Nutzungsrecht. Muss sagen, dass ich das irgendwie nicht in Ordnung finde…

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Ist doch nichts neues, oder? Diese Art des Pseudokaufens gibts eigentlich seit Anfang an des digitalen Vertriebs.

Ich muss auch ehrlich sagen, mich juckt das nicht. Ich erwarte gar keinen dauerhaften Zugang, bzw ist mir das gar nicht wichtig genug. Ich kaufe es, spiele es und das wars - die Wahrscheinlichkeit, dass ich Spiel xy in 10 Jahren nochmal starte, geht gegen Null - bzw die Wahrscheinlichkeit das das Spiel dann nicht mehr verfügbar ist.

Und wenn doch, so what :sweat_smile:

In seltenen Faellen werden Spiele ja wirklich digital vom Markt genommen. Genau fuer solche Faelle sind diese AGB Abschnitte.

Kann man sich drueber aufregen, (nicht du jetzt), kann man aber auch realistisch betrachten.

Ist ja, mit Verlaub, auch einfach kein relevantes gut um das es hier geht. Sollte ein Starfield in 10 Jahren nicht mehr spielvar sein, ist das komplett scheiss egal.

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Gut, ich kann aber natürlich alle verstehen, die das aergert. Mir sind ja bekanntermaßen Videospiele einfach nicht wichtig genug, um mich da wirklich empoeren zu koennen :grimacing:

Ja, das Thema taucht häufiger auf. Steam, EA, Uplay etc geben dir alle nur die Lizenz ihr Spiel zu nutzen. Selbst wenn du heutzutage die physische Disc hast musst du dich ja trotzdem mit einem Client anmelden und bist wieder da. GOG (CD Projekt Red) war ja eine Weile der Marktplatz der Werbung damit gemacht hat, das nicht zu tun. Bei Cyberpunk haben sie aber dann selbst auch damit angefangen

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Das Thema war mal sehr groß als „raus kam“, dass man bei Amazon die Filme gar nicht kauft (trotz kaufen button) sondern nur das temporäre Recht erwirbt die Filme zu streamen. Wenn sich da irgendwas ändert - Pech gehabt. Glaube das hat viele Disney Produkte betroffen als diese von Amazon exklusiv zu Disney+ gewechselt sind.

Moment, nicht dass wir uns falsch verstehen: Ich bin ja Jurist und mir ist natürlich schon lange klar, dass man die Spiele nicht kauft, sondern nur eine Lizenz erhält. Damit hab ich auch rein rechtlich kein Problem. Womit ich aber Schwierigkeiten habe, ist, dass die Lizenz nicht dauerhaft ist.

So wie das da steht, kann es (theoretisch) sein, dass ich mir das Spiel heute kaufe und ZeniMax morgen die Lizenz kündigt. Dieses Recht räumen sie sich jedenfalls ein. Zig Euro für ein Spiel und dann sowas? Gut, das würde dann vermutlich vor Gericht gehen, irgendwer wird sich schon finden, der gegen ein solches Verhalten klagt. Aber mir geht es da ums Prinzip und dass man die Kundschaft irgendwie ernst nimmt.

Was völlig anderes ist es in meinen Augen, wenn sich ZeniMax zB „nur“ vorbehalten würde, Serverinfrastruktur, Support etc. jederzeit zB mit einer Frist von - sagen wir - sechs Monaten einzustellen. Denn dann kann man sich drauf vorbereiten und hätte dann immer noch sechs Monate, um zu spielen, oder das Spiel halt nicht zu kaufen. Außerdem hätte man immer noch rein rechtlich die Lizenz - auch wenn es dann praktisch vielleicht irgendwann nicht mehr möglich sein wird, sie zu nutzen.

Bei Filmen auf Amazon oder sonstigen Portalen, bei EBooks etc. ist es natürlich ähnlich gelagert. Wobei, bei EBooks handelt es sich wenigstens um ein Format, das wahrscheinlich auch noch in 15 Jahren auf den Readern laufen wird.

Dann sollen sie halt die Prdukte gleich nur noch zur Miete bewerben, was anderes ist es nämlich faktisch nicht mehr…

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Führt nicht so eine Einstellungen (und eben auch die entsprechenden rechtlichen Regelungen) dazu, dass das Medium Videospiel nie eine gleichwertige Stellung neben den anderen hohen Künste einnehmen wird. Ohne Ewigkeitsanspruch kein Kunstcharakter. Stattdessen temporäre Daddelei. Eben reines Konsumgut.
In meinen Augen kann das kein Anspruch sein, vollkommen unabhängig von der Qualität der Spiele. Gleichzeitig bleibt natürlich die Frage, in wie weit wir überhaupt Einfluss auf diese Praktiken haben. Wie @lnhh ja auch richtig betont, ist diese Verankerung als Leihgegenstand ja gängige Praxis.

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Das ist doch genau das Problem von den Museen oder? Die müssen die Spiele cracken um sie ausstellen zu können+ Erlaubnis der Publisher.

Exakt. Ich weiß aber tatsächlich garnicht wie dieses Problem von Institutionen gelöst wird, die Spiele sammeln.

irgendein forenmitglied hat dazu glaube ich mal ein Artikel oder Podcast gemacht. weiß aber nimmer wer…

Wie @lnhh schon sagte: das ist leider so, seit es den digitalen Vertrieb gibt. Und da inzwischen physische Kopien auch immer mehr an Accounts, Lizenzen etc. gebunden werden, sind Discs auch nur noch ein kurzfristiger Ausweg, wenn überhaupt noch. Alan Wake 2 erscheint gar nicht mehr als Retail-Version, Disney in Australien verzichtet in Zukunft auf BluRays, … ich glaube wir brauchen uns nichts vormachen: in 5-10 Jahren fällt die Option „physische Kopie“ und damit der letzte Strohhalm einer „uneingeschränkten Nutzung“ komplett weg.

Rein rechtlich mögen ZeniMax & Co. auf den ersten Blick in der Lage einen Tag nach dem Kauf die Lizenz schon wieder zu entziehen und dass das möglich ist, ist eine Frechheit. Realistisch betrachtet, wird das aber in der Praxis nicht passieren. Erstens, wird dagegen sicher geklagt, wie du schon sagst @Brainbug. Und Zweitens ist das natürlich wirtschaftlicher Selbstmord. Das macht eine Firma einmal und danach sind sie vom Markt verschwunden, weil nie mehr jemand etwas von denen kaufen würde.

Am Ende bleibt für mich als Konsument und als jemand, der Film/Spiel/Musik durchaus als Kulturgut ansieht nur der Tipp: wenn euch etwas wichtig ist, verlasst auch nie und keinesfalls auf Hersteller, Distributoren und Marktplätze. Es gibt genug technische Möglichkeiten, die Dinge unabhängig von oben genannten Institutionen zu sichern: gecrackte Versionen, PirateBay, Emulatoren etc. pp. Und ich hätte da auch gar kein schlechtes Gewissen.