Baldurs Gate 2 vs. The Elder Scrolls III: Morrowind

Kommt nachher noch. Das verschiebt sich gerade alles etwas urlaubsbedingt. Aber der Techniker (in diesem Fall ich) ist informiert.

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Der Plädoyer-Konter von Christian Alt war sehr gut, weil der Gegensatz: Höhepunkt vs. Aufbruch tatsächlich den Kern der Sache trifft. Baldurs Gate ist konservativ, sehr PC, sehr old-school nerdig, sehr D&D. Mit einem Wort: Sehr uncool.

Alle diese Punkte sind jedoch eng mit der Essenz des Rollenspiels als solchem verknüpft, um welches es ja in dieser Staffel gehen soll: Das Versprechen in eine Welt eintauchen zu können, deren Maßstäbe über die Wirklichkeit hinaus ins Epische verschoben sind, und darin im Verlauf einer persönlichen Heldenerzählung in zunehmendem Maße wirkmächtiger zu werden.

Vielleicht keine Spielereihe hat dies so konsequent umgesetzt wie Baldurs Gate: Nach den 60 Spielstunden des ersten Teils ist man zu einem halbwegs kompetenten Recken gereift und beginnt zu ahnen, dass das eigene Schicksal tiefere Abgründe bereithält als man bis dahin vermutete. Der zweite Teil erzählt in über 100 Stunden von den Auswirkungen dieser Enthüllungen auf die größere Welt und Politik. Der Spieler entwickelt sich dabei zu einem der großen Helden der Schwertküste. Das abschließende Addon Thron des Bhaals (30 Stunden) erweitert das Spielfeld dann noch einmal in kosmische Dimensionen.

Kurzum: Wählt Baldurs Gate aka. in 200 Stunden vom Rattentöter zum Gott des Mordes(?)! Und ja, das ist selbstverständlich pure Nostalgie die hier spricht.

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erste Vorzeichen sind erkennbar:

5y42jo

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So sei es. Um die Aussagen nicht zu vermischen, hier die für sich stehende Unterhaltungswert-Analyse:
BG2-vs-Morrowind-2

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SInd viele Disketten jetzt ein Vorteil oder ein Nachteil? Ein Nachteil oder?

mehr Disketten ist mehr Umfang.
Und wie wir spätestens seit der Open World Schwemme wissen. Grösser ist gleich besser :slight_smile:

So, ist da:

Ich habe den Artikel direkt mit diesem Thread verknüpft, damit es nicht zwei gibt.

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Nicht schlecht, Christian Alt! Es sind keine zwei Minuten vergangen, da gibst Du schon auf. Sorry, aber das gibt die goldene Himbeere für miese Performance. Erst ganz am Ende, als der Schiffer Dich gnadenlos durch die Wurst gedreht hat, fallen Dir noch ein paar Punkte ein, die Du aber auch halbherzig ausspielst. Das riecht nach Schiebung, Du solltest Deine Einkünfte offenlegen, ich glaube, Bioware hat Dich für dieses Match bezahlt! Schande!
Lieber Christian Schiffer, Daggerfall als ‚da war ja nichts‘ zu bezeichnen, ist einfach nur Humbug. Und ich glaube das weißt du, denn nur so funktioniert dein mieser rhetorischer Trick, Morrowind als unausgereift hinzustellen, während ja Baldurs Gate II die verbesserte Version von Baldurs Gate I ist. Dabei sind Arena und Daggerfall ja wohl das Baldurs Gate I der Elder Scrolls Reihe, bevor sie dann mit Morrowind richtig aufgedreht haben.
Vor allem Daggerfall war das ultimative Versprechen einer Open World: unzählige(!) Städte und Dörfer, endlos(!) viele Dungeons, weil Zufallsgeneriert, ultimative Freiheit! Es war Daggerfall, wo wir das erste Mal erlebten, dass selbst eine umwerfende 3D-Grafik ein Spiel nicht spannend macht, wenn die Inhalte ganz unverhohlen generisch sind. Deshalb war dann Morrowind der Einstieg in die Formel, die Oblivion und Skyrim nur mit billigen Assets kopieren konnten: eine riesige, handgedrechselte Welt, deren fremdartige kulturelle Vielfalt sich in jedem Tal und auf jeden Stein wiederspiegelte, sei es in der imperialen Kolonialarchitektur, den Palästen der dunkelelfischen Aristokratie, den Wohnpilzen(!!!) der Telvanni, den Aschewüstencamps von Haus Hlaalu usw. - in dieses Spiel ist so unfassbar viel originelles Design geflossen, während man sich für Baldurs Gate II einfach eine billige Tabletop Lizenz eingekauft hat. Morrowind hat so viel einzigartigen und und bislang unerreicht fantasievollen Inhalt, dass andere Studios da heute fünf Spiele draus machen würden - und jedes könnte super werden. Ja, man musste es sich selbst erarbeiten, die Story drängte sich nicht auf. Aber dieses open world Konzept funktionierte wirklich mal! Man konnte Vampir werden, Werwolf, Dämonenjäger, Archäologe - ich habe einen großen Teil der Spielzeit alle verbracht, Dwemer-Ruinen zu suchen und ihr Schicksal zu erforschen - ganz ohne dass ich dafür irgendeine Misson hätte, sondern einfach, weil es mich interessiert hat. Dieses Freiheitsversprechen löst Morrowind ein, und Baldurs Gate? Versucht das gar nicht erst. Weil es kein Rollenspiel ist, sondern ein zugegebenermaßen schönes und spannendes 2D Adventure mit ein paar eingekauften und bereits damals keineswegs originellen Brettspielmechaniken.
Morrowind hingegen hat das Tor geöffnet, das Tor in eine neue, dreidimensionale offene Welt der Schönheit und Freiheit. Es hat uns gezeigt, dass wahres Rollenspiel uns erlauben kann, unsere eigenen Ziele zu definieren, dass der wunderschöne Weg das Ziel ist und dass Computerrollenspiele in ihrer multidimensionalen Erzählstruktur so viel mehr sind als Abenteuerbücher in Multimedia.
Und eins noch: Wer in Morrowind läuft, ist doch ein loser! Der wahre Könner verzaubert sich einen Besen und fliegt einfach!
Morrowind ftw!

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Das kommt mir irgendwie bekannt vor, ich sag nur Elmshorn …
Ist Morrowind das Schleswig-Holstein unter den Rollenspielen?

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Endlich kommen wir zur LGS-Essenz, dem Ringen um Definitionen.
Ich sehe das nämlich überhaupt nicht so. Epik interessiert mich null. Ich will mich in Rollen reinversetzen können. Das kann auch ein totaler Loser sein. Oder eine Zimmerpflanze.
Dieses Heldenerzählungs-Dings riecht für mich immer nach dem pubertären Jungen ohne Freundin, der davon träumt, einen Riesenpenis zu haben. So wie die Darsteller in den Filmchen, die er um Netz anguckt.
Dafür bin ich zu alt…

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Um mit Freud zu antworten: Träumen wir nicht eigentlich alle von Riesenpenisen? Nein im Ernst: Deswegen hab ich ja anfangs ausgeführt wie inhärent uncool diese Art von Rollenspielen ist. Und ja es stimmt: Es ist nur eine Art unter Vielen(?). Allerdings eine in der Geschichte nicht nur der Videospiele sehr bestimmende (Im Grunde geht womöglich alles auf D&D zurück). Ich halte auch ehrlich gesagt jede Scham bzgl. solcher Spiele für ziemlich unnötig: Sie sind halt was sie sind ^^

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ron burgundy GIF

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Ich dachte erst, dass du hier Morrowind beschreibst, dessen Geschichte ja genau die des Ex-Gefangenen ist, der zum Anfang der Geschichte Rattenplagen bekämpft und zum Ende über die (falschen) Götter richtet.

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Morrowind ist der Esel unter den Rollenspielen…

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Und Baldurs Gate ist der spiessig-piefige Vorgarten unter den Spielen:
Bunt, und nach strengen Konventionen angelegt:

image
…das wurde nämlich aus eurem Gott des Krieges

Alpetunia wäre ein toller Name für einen Gefährten

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Und Morrowind hat doch explizit keine mitlevelnden Gegner oder? Ersten Oblivion machte doch diesen Schritt.

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~~Doch, die gabs da schon.

Das ist so ein weitreichendes Trauma bei mir als mich so ne bekloppte Startgebiets Krabbe im Endgame nochmal verprügelt hat.~~

EDIT: okay, alles falsch was ich da erbrach. Offenbar ist in meinem Geist Oblivion und Morrorwind zu einer Melange verschmolzen… :pleading_face:

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Bist du dir sicher? Ich kann mich trotz hunderter Stunden Morrowind nicht an derartiges erinnern und laut Internet gab es in Morrowind kein Level-Scaling wie in Oblivion.

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ich glaub das gabs in Morrowind auch schon,
nur in Oblivion war es völlig ausser Rand und Band geraten, und die Strauchdiebe in legendärer Vulkanglasrüstung inzwischen schon ein Meme geworden.

Auch Skyrim levelt mit, macht es aber eleganter, weil jeder Gegnertyp unterschiedliche Ausprägungen hat.
Der normale Draugr bis zum Draugr Superhighlord

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